Dies ist die Übersetzung des Essays „Meanings Behind the Words: A Tribute to Petrūska Clarkson“, der im Sommer 2026 im Magazin der United Kingdom Association for Transactional Analysis (UKATA) veröffentlicht wurde

Zum ersten Mal begegnete ich dem Namen Petrūska Clarkson im Jahr 2003 in Kiew, Ukraine, während meiner frühen Ausbildung in Transaktionsanalyse. Neben grundlegenden Persönlichkeiten wie Eric Berne, Claude Steiner und anderen großen Spezialisten blieb ihr Name in meiner Erinnerung.

Von Anfang an gab es zwei Dinge, die ihren Namen für mich unvergesslich machten.

Das erste ist eine kleine Anekdote: Ihr Vorname wurde von einer russischsprachigen Trainerin genauso ausgesprochen wie das ukrainische und russische Wort für Petersilie — Petruschka. Erst viel später erfuhr ich, dass die ursprüngliche Aussprache etwas anders ist.

Das zweite und wichtigste, das bei mir blieb, war Clarksons Verständnis, dass die Qualität der therapeutischen Beziehung selbst einer der zentralen Heilfaktoren ist. Diese Idee fand in mir ein tiefes Echo und hat mich durch meine gesamte berufliche Entwicklung begleitet — von meinen frühen Ausbildungsjahren in der Ukraine bis hin zu meiner heutigen Arbeit als Psychologin und Paartherapeutin in Deutschland, wo ich seit 2006 lebe.

Im Laufe der Jahre habe ich erkannt, dass sich dieser Grundsatz nicht dann am besten bewährt, wenn die Therapie reibungslos verläuft, sondern gerade dann, wenn etwas in der therapeutischen Beziehung nicht so läuft, wie man es sich wünscht.

Ein aktueller klinischer Moment verdeutlicht dies.

Während einer Sitzung sprach eine deutschsprachige Klientin — ich nenne sie Nina — über die Schwierigkeiten in ihrer Ehe. Sie fühlte sich hin- und hergerissen zwischen ihrem Wunsch nach Nähe und ihrer Angst, bedürftig oder fordernd zu wirken, so wie ihre Mutter es in ihren Augen war. Sie fühlte sich in ihrer Kommunikation mit ihrem Ehemann blockiert und verschlossen und wollte mehr Offenheit, Intimität und Spontaneität mit ihm entwickeln. Wir arbeiteten mit Dekontamination und untersuchten ihre Bedürftigkeit nach Anerkennung als legitim. Wir sprachen auch über Strokes (Zuwendungen) und die „Stroke-Economy“ (Zuwendungsökonomie), die die emotionale Distanz in der Beziehung formte.

An einem Punkt bemerkte ich eine subtile Veränderung. Nina, die bis dahin offen und engagiert war, wirkte plötzlich verschlossen. Als ich sie einlud, darüber zu reflektieren, was sie gerade fühlte, nannte sie zunächst Traurigkeit. Mit etwas Unterstützung erkannte sie, dass auch Irritation vorhanden war — ausgelöst durch etwas, das ich gesagt hatte.

Einen Moment lang fühlte ich mich schlecht. Ich bemühe mich immer, extrem vorsichtig und präzise in meiner Wortwahl zu sein — das ist mein Anspruch, und es hilft mir, all die Jahre effektiv zu sein und gutes Feedback für meine Arbeit zu erhalten, trotz der Tatsache, dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist.

Ich entschuldigte mich dafür, diese unerwünschte emotionale Reaktion bei ihr ausgelöst zu haben und dafür, meine Worte nicht sorgfältiger gewählt zu haben. Dennoch war die emotionale Spannung nicht vollständig verschwunden. Also fragte ich sie, was ihr helfen würde, sich besser zu fühlen. Sie schien wieder blockiert zu sein, und nach einer Pause bot ich ihr etwas Einfaches und Menschliches an: eine Umarmung. Sie nahm sie sofort an.

Während ich sie hielt, sprach ich leise und langsam, wobei ich sowohl ihre Gefühle als auch meinen Wunsch, den Moment zu reparieren, anerkannte:

„Es tut mir leid. Ich habe das falsche Wort benutzt, weil ich falsch eingeschätzt habe, wie verletzlich du in diesem Moment warst. Das hätte nicht passieren sollen. Ich fühle mich damit schlecht und möchte es wiedergutmachen. Du kannst mir sagen, wie lange du möchtest, dass ich dich halte, und wann es genug für dich ist.“

Allmählich konnte ich eine Veränderung spüren. Als ich meine Arme öffnete, sah ich ein anderes Gesicht. Nina wirkte erleichtert.

Später beschrieb sie dies als einen „mächtigen Moment“ und einen Wendepunkt — einen Moment, in dem ich nicht als Expertin erlebt wurde, sondern als Mensch, der präsent, fehlbar und ansprechbar war.

Für mich spiegelt diese Erfahrung das wider, was ich als gelebte Essenz von Clarksons Beitrag verstanden habe. Die therapeutische Beziehung ist nicht nur ein Medium für Interventionen; sie ist ein dynamisches Feld, in dem Bruch und Reparatur selbst transformativ sind.

Gleichzeitig wirft die Integration dieser Perspektive weiterhin Fragen auf. Wie viel persönliche Präsenz ist angemessen? Wo liegen die Grenzen der relationalen Responsivität? Und wie bleiben wir in Momenten der Spontaneität sowohl authentisch als auch ethisch fundiert?

Diese Fragen bleiben in meiner Arbeit lebendig — und vielleicht ist diese fortlaufende Untersuchung selbst ein Teil von Clarksons Vermächtnis.

Lena Kornyeyeva